Das theater.FACT

Ein kleines Interview mit Ev Schreiber

Die Spielzeit 2014/2015 ist die mittlerweile 18. Spielzeit des kleinen Theaterkellers im Barthels Hof. Grund genug die letzten Jahre Revue passieren zu lassen…

Wie kam es zum theater.FACT?

Ein Unglück kann man nach sieben Jahren oder auch erst nach dreißig Jahren beurteilen, so Janosch mit seiner unbesiegbaren Heiterkeit.

Vor 18 Jahren nahmen 12 Schauspieler und Tänzer die Idee wahr, ein eigenes Theater zu gründen. Wir alle hatten im Poetischen Theater gearbeitet und wundervolle Produktionen gemacht, jeder kennt den Weg, an der Spitze des Erfolges herrscht der Neid. Schade!

Und ihr wolltet weiter Theater machen?

Die Kraft zu widerstehen heißt theater.FACT, und der Zufall des Raumes, der war und ist einem Herrn Schneider zu verdanken, der zwar ein echter Immobilienräuber war, aber schon die gewerbliche Genehmigung für einen »Raum der Kultur« hatte. Dessen Pleite war unser Gewinn. Wir mieteten einen Keller »unausgebaut« ohne Strom etc., und dann kam der Bau und das Wunder der sozialen Vernetzung begann. So viele Hände, die halfen, Firmen, die spendeten und Menschen, die den Kopf schüttelten über eine überbordende Begeisterung. Ein Jahr später machte sich ein Theater auf!

Und 18 Jahre später…

…haben wir Theatergeschichte geschrieben mit 12 Uraufführungen und insgesamt 120 Inszenierungen.

WIe ist das für euch? Jetzt auf diese Theatergeschichte zurück zu blicken?

Geschichte erstaunt. Diese Geschichte klingt selbst in unseren Ohren etwas eigen, zu ursprünglich oder, wie Volker Braun sagte, fragt nicht nach den Mühen der Ebene.

Wie kann man die Kunst, die in Leipzigs erstem freien Theaterkeller gemacht wird, beschreiben?

Theater.FACT hat in dieser Zeit eine unverwechselbare Handschrift entwickelt, oder sollte man lieber sagen, durch genaue Beobachtung unserer Nützlichkeitsgesellschaft wussten wir: man muss Geschichten erzählen, die tragikomisch sind, Lachen im Schmerz, das lässt die Menschen kurz aus der Zeit fallen. Aber Geschichten erzählen heißt auch, Geschichten zu entwickeln, Klassiker abzustauben, neue Dramatiker in Klassiker einzubetten und natürlich immer den Zensor wieder zu verbannen, der meint, dass das ewige Streichen von Fördergeldern zur Einschränkung der Kreativität führt. Der Beweis: hier lebt ein Theater mit einer Fördersumme von 10.000 Euro im Jahr. Es lebt, weil Zuschauer und Wohltäter genau dies wollen - Geschichten im Theater spannend erzählt und immer im dialektischen Verhältnis zwischen Lachen und Weinen.

Irgendwelche abschließenden Worte?

Der Weg ist das Ziel. Das ist FACT!

 

Interview mit Ev Schreiber geführt von Ron Uhlig am 28.07.2014.

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